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Südlich der Sahara erstreckt sich die halbtrockene Sahelzone über die sechs westafrikanischen Staaten Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger, Senegal und Tschad.

Zusätzlich zu Armut, Hunger und Mangelernährung, die diese Staaten unterschiedlich stark treffen, verschlimmern Dürre, Ernteausfälle und hohe Nahrungsmittelpreise dieses Jahr die sogenannte „Hungerzeit“. Sie beginnt, wenn die Menschen die letzte Ernte vollständig verbraucht haben und endet, wenn die neue Ernte verzehrt werden kann. Seit 2014 war diese Hungerzeit nicht mehr so gravierend: Bis zu 5,8 Millionen Menschen sind von Juni bis September von akutem Hunger bedroht. Wenn keine angemessene Hilfe geleistet wird, kann diese Zahl auf 6,5 Millionen Menschen ansteigen.

Frauen und Kinder wird es am schwersten treffen. Familien berichteten bereits, dass sie die täglichen Mahlzeiten reduzieren mussten und ihre Kinder zu schwach für den Schulbesuch sind. Bis zu 5,5 Millionen Kindersind in den sechs Ländern von akuter Mangelernährung bedroht, darunter 1,7 Millionen Kinder, die extrem gefährdet sind – 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ausbleibende Regenfälle haben nicht nur die Ernten zerstört, sondern auch die Verfügbarkeit von Futtermittel und Wasser für Vieh eingeschränkt. Die Herden müssen daher in fruchtbares Weideland weiterziehen, was zu Spannungen zwischen nomadischen Viehzüchtern und lokalen Gemeinden und Überweidung führt.

In einigen Sahel-Ländern sind politische Instabilität, Konflikt und Unsicherheit – inklusive Extremismus – weitere Hungerursachen, die Handel und Hilfslieferungen erschweren. In Burkina Faso und Mali leben einige der Bedürftigsten in schwer erreichbaren, unsicheren Gebieten, zu denen kaum humanitärer Zugang besteht. Grenzschließungen im Niger und Tschad hindern Hirten daran, neues Weideland zu erreichen und ihr Vieh auf den Märkten zu verkaufen – normalerweise der letzte Ausweg, wenn sie sich und ihre Familien nicht mehr ausreichend ernähren können.

Das UN World Food Programme (WFP) unterstützt Bedürftige mit Notrationen und Bargeldtransfers, um Leben zu retten und eine Hungersnot abzuwenden. Das Ziel ist, rund 3,5 Millionen Menschen in den sechs Ländern zu erreichen.

WFP fördert auch die Widerstandsfähigkeit der Menschen und Gemeinden, zum Beispiel indem wir Infrastruktur wiederaufbauen, alternative Einkommensquellen schaffen, Ökosysteme rekultivieren und Kinder mit Schulmahlzeiten oder angereicherter Spezialnahrung unterstützen.

Im Niger hat WFP 2017 einer Million Menschen durch verbesserte Gemeindegüter zu neuen Lebensgrundlage verholfen. Dazu zählen soziale Sicherungsnetze und „Halbmond“-Bewässerungssysteme, die dabei helfen, Wasser in die trockene Erde zu leiten, wodurch sogar in trockenen Gebiet Pflanzen angebaut werden können.

5,8 Millionen Menschen
in sechs Ländern sind zwischen Juni und September 2018 auf Ernährungshilfe angewiesen
5,5 Millionen Kinder
in sechs Ländern sind von akuter Mangelernährung bedroht
285 Millionen US-Dollar
werden benötigt, um 3,5 Millionen Menschen in der Zeit zwischen den Ernten zu unterstützen

Wie das UN World Food Programme in der Sahel-Krise hilft

  • Burkina Faso

    WFP unterstützt seit Ende Mai Bedürftige in Burkina Fasos Sahelzone und im Osten des Landes mit Nahrungsmitteln und Bargeldtransfers und plant 725.000 Menschen zu erreichen.
  • Mali

    WFP hat von März bis Mai bereits 155.000 Menschen unterstützt. Insgesamt plant WFP, in Mali mehr als 720.000 Menschen in Not zu erreichen.
  • Mauretanien

    In Mauretanien erreichte WFP im April fast 35.000 Menschen und im Mai mehr als 65.000 Menschen. Insgesamt sollen in der Hungerzeit mehr als 425.000 Bedürftige Nahrungsmittel und Bargeldtransfers erhalten.
  • Niger

    Seit Juni unterstützt WFP mehr als 400.000 Bedürftige mit Nahrungsmitteln und Bargeld. Fast 25.000 Kinder unter zwei Jahren erhalten angereicherte Spezialnahrung, um Mangelernährung vorzubeugen. WFP plant, in der Hungerzeit mehr als 940.000 Menschen zu erreichen.
  • Senegal

    In der ersten Junihälfte erhielten fast 45.000 Menschen im nördlichen Bezirk Podor Nahrungsmittelgutscheine. Im Juli ist ein zweiter Einsatz mit zusätzlichen Nahrungsmitteln für mehr als 20.000 Menschen im Departement Matam geplant. Um die Hilfe der senegalesische Regierung zu ergänzen, wird WFP in der Zeit zwischen den Ernten Ernährungshilfe für insgesamt 140.000 Menschen leisten.
  • Tschad

    Die WFP-Ernährungshilfe startete Anfang Mai in der östlichen Region Wadi Fira und wird kontinuierlich auf fünf andere Sahelregion für mehr als eine halbe Million Menschen ausgeweitet. Insgesamt ist das Ziel, rund 700,000 Menschen in der Zeit zwischen den Ernten zu erreichen.